Neue Straßen:
Die Stadt verändert sich
Der ab 1947 einsetzende planmäßige Wiederaufbau neuer Straßenzüge der Landeshauptstadt war mittlerweile fortgeschritten. Zur großzügigen Verkehrsplanung der Stadt gehörten neue Straßenzüge. Parallel zur Königsallee, entstand eine breite, leistungsfähige Nord-Süd-Verbindung. Am 16. Juni 1955 fuhr morgens um 4.51 Uhr der erste Straßenbahnzug über diese neue Straße. Aber erst fünf Jahre später, nach langem hin und her, erhielt sie ihren endgültigen Namen. Berlins Regierenden Bürgermeister Willy Brandt taufte sie auf den Namen "Berliner Allee". Mit dem Bau neuer Verkehrsadern wurden auch die verkehrspolitischen Prioritäten neu gesetzt.
Ein Autor kommentiert mit Bezug auf den öffentlichen Nahverkehr:
"Die Königsallee ist ohne Straßenbahn! Vielleicht ist auch der Zeitpunkt nicht mehr allzu fern, dass die Fußgänger ihrerseits wieder die Kraftwagen von der Königsallee verdrängen und ihr heiteres Reich für sich allein beanspruchen. Dieser Punkt der Verkehrsentwicklung wird voraussichtlich schon dann erreicht sein, wenn der in der Innenstadt noch vorhandene Wohnraum voll ausgenutzt ist."
Hier schwang offensichtlich ein wenig Wehmut mit. Dem Autor war unterbewusst klar, daß die Straßenbahn nun aus dem Herzen der Landeshauptstadt verschwunden war. Dieser kleine erste Schritt führte dazu, dass die Straßenbahn zugunsten des Autos an die Peripherie gedrängt wurde und große Mühe bekommen sollte, wieder ins positive Bewusstsein der Düsseldorfer zurückzukehren.