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Die Revolution:
Der erste Großraumwagen

War die Kapitulation des "Dritten Reiches" der politische Wendepunkt in der Geschichte Deutschlands, so setzte allmählich auch die Zeitenwende in Mode, Literatur und Theater ein. Das galt auch für die Straßenbahn. Mit dem ersten Großraumwagen, der 1951 versuchsweise bei der Rheinbahn eingesetzt wurde, begann eine neue Ära der Straßenbahntechnik. Wieder war die Rheinbahn innovativer Wegbereiter. Zusammen mit der Firma AEG entwickelte sie ein Fahrzeug, dessen Typ sich heute im Bestand historischer Fahrzeuge befindet. Bei Sonderfahrten mit dieser Bahn glauben die Besucher kaum, dass es sich um einen Oldtimer handelt. Fortschrittliches Design altert eben nicht.

Dieses Fahrzeug bedeutete einen Wendepunkt für Mitarbeiter und für Kunden. Fahrer und Schaffner konnten bei der Arbeit sitzen, während sie auf den alten zweiachsigen Fahrzeugen stehend ihren Dienst verrichten mussten. Das neue Fahrzeug war vierachsig mit zwei Drehgestellen. Es ermöglichte damit gegenüber den bisherigen Zweiachsern ein geräuschärmeres Fahren. Die Kunden wurden erstmals mit dem so genannten "Fahrgastfluss" vertraut gemacht. Sie stiegen hinten beim Schaffner ein und gingen nach vorn in den Wagen durch. Der Kunde kam also jetzt zum Schaffner, der seine Fahrscheine an einem festen Platz im Sitzen und nicht mehr - wie bisher - beim Durchgehen durch den Wagen verkaufte.

Das moderne Fahrzeug, das mit Beiwagen 200.000 Mark kostete, wurde von den Düsseldorfern begeistert aufgenommen. Die Vorliebe für dieses Fahrzeug zeigte sich schnell in dem liebevollen Spitznahmen "Sambawagen". Direktor Rebbelmund äußerte bei der Vorstellung des Fahrzeugs in den "Düsseldorfer Nachrichten", dass die Fahreigenschaften dieses Fahrzeugs, das eine totale Neukonstruktion war, kaum noch zu übertreffen seien. Er sollte mit dieser Äußerung für lange Zeit recht behalten.

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