Die Ausstellung GESOLEI
Schon im Herbst 1924, also noch unter französischer Besatzung, sammelten sich Politiker und Unternehmer, Männer wie der Beigeordnete Thelemann, der Stadtverordnete Liertz, die Unternehmer Poensgen, Schloßmann, Haniel, Lueg, Wiedemeyer und der Generaldirektor der Rheinbahn, Max Schwab, um den Düsseldorfer Oberbürgermeister Robert Lehr. Sie berieten mit ihm die Möglichkeiten einer Ausstellung in Düsseldorf. Zur Durchführung der Ausstellung wurde ein Verein mit dem Titel: “Große Ausstellung Düsseldorf 1926 für Gesundheitspflege, soziale Fürsorge und Leibesübungen“ (Gesolei) gegründet. Ihm trat auch die Stadtverordnetenversammlung bei. Der Architekt Wilhelm Kreis, der schon das Wilhelm-Marx-Haus, seinerzeit das größte Bürohochhaus des Deutschen Reiches, in Düsseldorf 1924 gebaut hatte, bekam den Auftrag. Die entsprechenden Gebäude sollten am Rheinufer auf dem Gelände der Ausstellung von 1902, also direkt neben der Oberkasseler Brücke, errichtet werden. Einige davon waren als so genannte Dauerbauten konzipiert, blieben nach dem Ende der Ausstellung stehen und bilden heute das Gebäudeensemble „Am Ehrenhof“.
Weil Max Schwab zu den Ausstellungsmachern gehörte, nutzte die Rheinbahn die Ausstellung zu einer beispielhaften Selbstdarstellung. Der An- und Abtransport der über 5 Millionen Besuchern aus dem gesamten Deutschen Reich gehörte dabei gewissermaßen zu den Pflichtaufgaben. Darüber hinaus aber stellte sich das Unternehmen in einem eigenen Ausstellungsbereich mit heute noch modern erscheinenden Methoden der Didaktik dar. Mit Graphiken, Schautafeln und Modellen wies die Schau auf die Vorzüge des Öffentlichen Personennahverkehrs, auf die Freizeitgestaltung mit der Rheinbahn, auf die Modernität seiner Fahrzeuge und auf die dahinter stehende Technik hin. Die Modelle, allesamt in den Werkstätten der Rheinbahn gebaut, hatten Museumsqualität. Sie befinden sich heute noch im Besitz des Unternehmens. Ein aufgeschnittener Straßenbahnwagen im Maßstab 1:1 zeigte beispielsweise mit Hilfe von mechanischer Walzentechnik und Tausenden von Kontakten den Weg des elektrischen Stromes von der Oberleitung zum Motor, der natürlich auch funktionierte.
Die Krönung im Bemühen um eine positive Selbstdarstellung war die Liliputbahn, die von einer Dampflokomotive gezogen durch die Ausstellung fuhr. Über eine Million Menschen fuhr mit ihr während des Ausstellungssommers durch die Parkanlagen. Die Dampflokomotive war ein äußerlich exakter Nachbau einer Schnellzuglokomotive der Deutschen Reichsbahn im Maßstab 1:5, die aber für die Bedingungen des Liliputbahnbetriebes neu konstruiert wurde.
Die Rheinbahn wickelte in den 20er Jahren noch eine Reihe von Projekten in der Manier eines eingespielten Industrieunternehmens ab. Walter Ruttmanns Düsseldorf-Film „Kleiner Film einer großen Stadt“ stellt dies stilistisch faszinierend dar. Gegen Ende des Films geht Ruttmann, dessen Film mit nur wenigen gesprochenen Kommentaren auskommt, musikalisch auf die Düsseldorfer Industrie ein. In damals hochmoderner Neonreklame erscheinen die Firmenzeichen großer Düsseldorfer Unternehmen wie Henkel, Mannesmann, Stumm, Rheinmetall und der Rheinbahn AG .