Weltpremiere:
Speisewagen im Straßenbahnnetz
Die Innovationskraft und wirtschaftliche Fruchtbarkeit der zwanziger Jahre stehen immer wieder im Zusammenhang mit der Person des Direktors der Rheinbahn, Max Schwab, der dem Unternehmen im Konzert der übrigen Düsseldorfer Firmen große Anerkennung verschafft.
Auf seinen Vorschlag hin wurden 1924 bei einer ohnehin notwendigen Waggonbestellung für die Fernlinie nach Krefeld ein Speisewagen probeweise mitbestellt. Wie außergewöhnlich dieser Gedanke war, zeigt die Tatsache, dass die Rheinbahn bis in die neunziger Jahre die einzige Straßenbahngesellschaft der Welt war, die in ihren Linienzügen Speisewagen mitführte.
Man war sich nicht sicher, ob das Publikum diese Neuerung annehmen würde. Vorsorglich wäre die Küche leicht wieder zu entfernen gewesen. Aber die Kunden wussten diesen Service schnell zu schätzen. Der Speisewagen blieb und es folgten noch vier weitere. Gastronom war zunächst das Hotel „Breidenbacher Hof“, später übernahmen Angestellte des Hotels die Bewirtschaftung des Speisewagens in eigene Regie.
Bis 1943 verkehrte der Speisewagen auf der Krefelder Strecke. Nach dem Krieg gab es einige Unterbrechungen. 1949 nahm die Rheinbahn auch auf der Linie D nach Duisburg einen Speisewagenbetrieb auf. 1963 wurde der Service auf der Krefelder Strecke mangels Rentabilität aufgegeben, auf der Duisburger Linie jedoch ununterbrochen beibehalten.
Seit 1989 genießen die Fahrgäste auf den Linie U70/U76 zwischen Krefeld und Düsseldorf wieder den Speisewagenservice. Hierzu existieren vier Stadtbahnwagen mit Bistroabteil. Über vier weitere Stadtbahnwagen mit Bistroabteil verfügt die Duisburger Verkehrsgesellschaft für die Linie U79 zwischen Duisburg und Düsseldorf.