Lebensadern:
Die Straßenbahn versorgt Düsseldorf
Die fortschreitende Ausweitung des Krieges verknappte den Kraftstoff. Der Transport von Brennstoffen und Nahrungsmitteln war auf der Straße nicht mehr gewährleistet. Menschen mussten "hamstern" oder stundenlang für Nahrungsmittel anstehen. Nicht jeder hatte die Zeit. Vor allem die Frauen, die an Stelle der Männer bei der Rheinbahn Schaffner- und Fahrerdienste übernehmen mussten, waren von dieser Möglichkeit des Nahrungserwerbs ausgeschlossen. Eine Unruhe machte sich unter der Bevölkerung breit. Um Ruhe zur schaffen, richtete die Stadt Düsseldorf Kriegsküchen ein, die sich in zwei Fällen auf Rheinbahngelände befanden.
Hier konnte Jedermann für geringes Entgelt eine halbwegs sättigende Mahlzeit erwerben. Man war damit der Gefahr des Verhungerns enthoben. Zu- und Abtransport der Nahrungsmittel besorgte die Straßenbahn. Zum Vormarsch des Hungers gesellte sich die Kälte. Merkwürdigerweise waren alle Kriegswinter des Ersten Weltkrieges besonders hart. Die Versorgung mit Kohlen stockte. Deswegen wurde im Jahre 1917 ein Anschluss an die Zeche Friedrich Heinrich in Kamp-Lintfort eingerichtet und umfangreiche Kohlenlieferungen für die Düsseldorfer Industrie übernommen.
Gegen Ende des Krieges ist der technische Zustand der Bahnen bedenklich. Der Mangel an Material und Handwerkern lässt eine regelmäßige Pflege nicht mehr zu. Um weitere Ausfälle zu vermeiden, werden eine Reihe von Haltestellen aufgehoben um die Motoren der Wagen nicht durch allzu häufiges An- und Abfahren zu strapazieren. Die Bevölkerung wird über diese Maßnahmen erst nachträglich informiert, der Unmut ist groß und schlägt sich in einer bitteren Berichterstattung in der Presse nieder.